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++ Rhinos verkünden im Rahmen einer Pressekonferenz das Ende der Saison 2020. Der Verein wird heuer keine Spiele austragen und nach eigener Einschätzung erst im November mit der Saisonvorbereitung für 2021 beginnen ++ eAFL Playoffs: Simon Rossman holt einen 0:24 Rückstand auf und besiegt Timo Sommer in einem grandiosen Spiel am Ende mit 38:24, steht damit im Halbfinale gameday.football.at ++ DC Butterflays bei Dirtrun am Erzberg mit dabei ++ fast alle Vereine in der Sommerpause bzw. im Lockdown ++ Raiders und Dragons ziehen sich für heuer aus der AFL zurück, somit verbleiben nur noch zwei Teams ++ Giants gegen Vikings in einer best of 5 Serie; der  Sieger ist dann Staatsmeister 2020 ?? ++ Jugend und Damen Liga werden heuer in sehr stark abgespeckter Form angedacht, ob es zur Austragung kommt ist weiterhin offen ++

Es ist nicht allzu lange her da war die Welt noch voll in Ordnung. Nun liegt ein in vielen Belangen schlechtes Jahr hinter uns denn in den letzten Monaten ist viel passiert. Mit manchen Sachen kann man ganz gut leben und anderes akzeptiert man, weil es nun einmal so ist. Aber eine Sache tut uns wirklich sehr weh.

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Der größte Fan unseres Sportes weilt nicht mehr unter uns und wird sich die Spiele in Zukunft aus einer anderen Perspektive anschauen. Wir wollen das zum Anlass nehmen uns eine der Interessantesten Persönlichkeiten der heimischen Szene noch einmal in Erinnerung zu rufen. Auch wenn dieses Thema natürlich ein trauriges ist sollen die folgenden Zeilen kein sentimentaler Nachruf werden, sondern unsere Ruth als das zeigen was sie war.

Und zwar ein „die hard„ Footballfan der ersten Stunde, und einige Stunden ist es nun schon her als die Geschichte ihren Anfang nimmt. Alles beginnt in einer Leobener Arbeitersiedlung. Genau dort, in einem der vielen relativ lieblosen Wohnblöcke der Stahlstadt ziehen 1958 zwei Familien ein. Mit dabei, zwei kleine Racker die so zu Spielkammeraden werden. Es dauert nicht lange bis man sich in der Sandkiste um das Spielzeug kabbelt und es folgt eine unbeschwerte Kindheit. Und so kommt es wie es wie es kommen muss. Aus der Sandkastenfreundschaft wird eine Jugendliebe. 

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Es muss so um das Jahr 1983 gewesen sein, als Ruth und Kurt Kern zum ersten Mal bei einem Football Spiel anzutreffen waren. Ruth hatte ihren Kurt inzwischen erhört und so fand sich das junge Ehepaar bei einem Spiel der Giants ein. Die Begegnung gegen die Baden Greifs wird zum Debakel. Die 0:39 Niederlage hinterlässt nicht nur Spuren an den geschundenen Körper der Giganten sondern auch einen bleibenden Eindruck bei Ruth. Von diesem Tag an ist ein Fan geboren, den es so nicht wieder geben wird. Noch im selben Sommer ist man bei allen Spielen in Österreich mit dabei. Und viele waren das noch nicht. Damals war der verruchte und neuartige Sport gerade im Entstehen und lockte nur wenige Zuschauer an. Lediglich die Austrian Bowl`s waren gut besucht in dieser Zeit und die Teams waren sehr unprofessionell aufgestellt. Das tat aber der Begeisterung nur wenig Abbruch und so war dann auch bald klar wen man in Zukunft unterstützen wird. Die Giants waren danach der erklärte Favorit, obwohl es nicht bei den Spielen der Grazer blieb. 1984 gab es dann die erste Meisterschaft in Österreich und damit auch die ersten Zeitungsberichte. Die waren damals deutlich häufiger als Heute und so fanden sich immer wieder Geschichten in der Presse, die zum Schmunzeln oder Staunen anregten. Die Redakteure kannten sich eben nicht mit dem Geschehen aus.

AZE Giants

Die beiden Jungeltern begannen dennoch alles zu sammeln was mit dem Sport zu tun hat. Alle Zeitungsberichte, Fotos, Plakate und die wenigen erhältlichen Fanartikel wurden sorgsam archiviert und eine stattliche Sammlung an zeithistorischem Material hatte ihren Anfang gefunden. Für die heutige Jugend muss festgehalten werden, dass in der Zeit vor Handy und dem Internet die Möglichkeiten zu Football Material zu kommen sehr begrenzt war. Zeitungen waren das einzige Informationsmedium denn im ORF Fernsehen kam Football nur dann vor, wenn Bud Spencer einen auf „Mücke“ machte. So zogen die Jahre ins Land und man erlebte manche Abenteuerreise. Oft gab es Anreisen durch halb Europa und es wurde im Auto geschlafen nur um den Giganten nahe zu sein. 1993 war man in Mailand dabei um das Ende der „Pharaones“ zu erleben oder fand sich in Hamburg wieder, um dort den Eurobowl Favoriten herauszufordern. Beides ging natürlich schief. Wohin auch immer es die Giants verschlug auf eines war verlass. Ruth und Kurt würden dort schon irgendwo auf der Tribüne sitzen, um ihr Möglichstes zum Sieg beizutragen. Ruth entwickelte dabei einen sechsten Sinn und wusste schon oft im ersten Viertel ob sich die Mühe lohnen würde. Und sie hatte immer recht….immer 

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Nach einigen Jahren als Fan`s entscheiden sich die Kern`s selber in das Geschäft einzusteigen und waren Gründungsmitglied der Leoben Miners. Da war der Sohn der beiden schon im Football Alter und wie konnte es anders sein, hatte er sich ebenfalls mit dem Footballvirus angesteckt. Papa Kurt war der Trainer und Mama Ruth kümmerte sich um alles drum herum. Sportlich konnte man bei den Miners nur wenige Erfolge feiern, auch wenn es organisatorisch gut lief. Gute Zuschauerzahlen und ein eigenes Cheerleader Team ließen aufhorchen.

tivoli miners

Nach drei Jahren waren die Miners wieder Geschichte und die Kern`s waren wieder als Fans bei fast jedem steirischen Football Event dabei. Aber auch die große Footballbühne erlebte Ruth immer wieder in Höchstform. Ob NFL Europe, Eurobowls oder World Bowl. Keine Reise war zu weit, kein Spiel zu unbedeutend, um es zu verpassen. Mit den Jahren führten die Reisen auch immer öfter in die Heimat des Footballs und so wurden die beiden richtige Experten für alle Leistungslevels, die unser Sport zu bieten hat. Wo immer man hinkam wurde der Sammlerleidenschaft gefrönt und so wuchs der Fundus an Merchandise und kleinen Gimmicks jedes Jahr. Es war die schönste Zeit für einen Grazer Fan denn es folgten viele sehr erfolgreiche Jahre, in denen viel gefeiert werden durfte, auch wenn es nicht immer eine saubere Sache war. Schlammschlacht

Der Sohnemann war zum Studium nach Graz gezogen und nun Teil der Graz Longhorns die zu diesem Zeitpunkt in der dritten Liga spielten. Ruth und Kurt waren immer mit dabei und unterstützten die Longhorns bis zu deren Auflösung im Jahr 2001 in allen möglichen Belangen. In dieser Zeit durfte man zwei Aufstiege bejubeln und am Ende gabs das große Bruderduell der beiden Grazer Teams. Dann wurde das nächste Kapitel aufgeschlagen. Die Longhorns wurden von den Giants geschluckt und man traf die beiden nun wieder bei jedem Heimspiel der Blau-Gelben. Auch bei Auswärtsspielen war man nun wieder mit dabei und so entstanden die ersten Berührungspunkte mit den nun bei den Rhinos aktiven Trainern. In diesen Jahren waren Ruth und Kurt immer sehr nahe an den Teams dabei und man fachsimpelte über Ergebnisse und die Entwicklung der heimischen Football Szene. Die beiden waren dabei immer sehr positiv und man hörte nur selten Kritik, auch wenn man sich diese oft verdient hätte. Ruth und Kurt hatten ja die großen Zeiten der Giants miterlebt und hatten zu diesem Zeitpunkt schon alles überdauert was man als Fan erleben konnte. Darunter auch die finsterste Zeit der Giants als das Team das Ableben des damaligen Starspielers und General Managers, Michael „Mike“ Daum, verkraften musste. Viele der Urgesteine aus den ersten Tagen waren da schon nicht mehr dabei und es gab den ersten großen Generationenwandel. Der österreichische Football war erwachsen geworden und das Epizentrum verlagerte sich nach Wien und Innsbruck wo nun die besten Teams zu Hause waren.

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Ruth und Kurt blieben dem Sport und ihren Giants treu und waren inzwischen zu einer Fan Institution geworden. Zwanzig Jahre lang waren Sie nun schon bei jedem Spiel der Giants mit dabei und feuerten das Team tatkräftig an. Europacup, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften zogen ins Land und Österreich wurde eine der Vorzeigenationen im American Football. Eine massive Veränderung zu den Anfängen als man jede holprige Wiese und jeden Acker dafür verwendete einen Sport auszuüben der nur sehr rudimentär an den heutigen American Football erinnerte. 2010 begleitete man das Team nach Paris und nachdem sich die ganze Fangemeinde in der Seinemetropole verloren hatte wurde zu drastischen Mitteln gegriffen. Mit Blaulicht Polizeieskorte und einer wilden Hetzjagd durch die Stadt waren schließlich alle doch noch angekommen und mussten mitansehen wie die Giants einen sicheren Sieg durch ihre Hände gleiten ließen. 

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Die Sammlung der Kern`s wuchs weiter und wurde zu einer Zeitkapsel der Entwicklung des österreichischen Footballs die in der Alpenrepublik einzigartig ist. Die Wohnung der Kern`s hat sich in dieser Zeit in ein wahres Archiv verwandelt. Ein Archiv das hauptsächlich der kreativen Ader von Ruth Kern entsprungen ist, deren Sammlerleidenschaft nie nachgelassen hat. Dazu war sie auch als Fotografin sehr talentiert und hielt fast jeden dieser Tage auf Zelluloid fest. Dutzende Fotoalben haben sich angesammelt. Und viele Zeitungsberichte, auch aus den USA wo sie ein brennender Anhänger der San Francisco 49ers wurde. Joe Montana oder Steve Young gehörten hier zu ihren Favoriten. Ihr ganz großer Liebling war aber Dan Marino der noch heute den Eingangsbereich der Wohnung ziert.

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In den letzten vier Jahren hat sich das Interesse der beiden dann wieder Richtung Obersteiermark gedreht, wo sie ein Teil der Rhinos Familie wurden und auf alte Bekannte trafen. Unsere beiden Coaches waren ja schon damals bei den Giants mit dabei gewesen und man kannte sich aus vielen gemeinsamen Tagen und so waren die freundschaftliche Bande sofort wieder aufgefrischt. Ruth und Kurt verfolgten die ersten Gehversuche und den rasanten Aufstieg der Rhinos mit Begeisterung und sehr viel Wohlwollen. Sie waren bei jedem der Heimspiele Vorort und unterstützten ihr neues Heimteam vor den Toren von Leoben auf der ganzen Linie. Immer positiv und bescheiden an Kritik, war es uns eine Freude das Geschehen auf dem Feld, mit den beiden Revue passieren zu lassen und ihre Meinung zu unseren Spielen zu hören. Ruth war eine wahre Expertin geworden und wusste auch bei den Rhinos immer, wie es am Ende des Tages ausgehen wird. War sie in jungen Jahren noch ein wenig impulsiv gewesen, betrachtete sie das Spiel nun mit einer Ruhe und Toleranz gegenüber den Unzulänglichkeiten der Akteure. Es wurden sehr erfolgreiche Jahre und man durfte sich gemeinsam über viele Siege und einige große Erfolge freuen.

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Im Sommer 2019 trennten sich die beiden von ihrem geliebten 1976er T2 Bulli der sie zu so vielen Spielen getragen hatte und gönnten sich aus dem Erlös eine Reise in die USA. Spiele der 49ers und Rams wurden besucht und noch einmal die süße Luft von frisch gemähtem Gras geatmet, noch einmal dem Raunen der Menge gelauscht und so den „American Way of Life“ und unseren einzigartigen Sport in vollen Zügen genossen. Es sollte leider die letzte gemeinsame Reise der beiden werden. 

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Es traf uns sehr hart als wir im Zuge der Indoor Bowl von Kurt erfahren mussten das uns Ruth kurz vor Weihnachten für immer verlassen hat. Die wohl größte Zeitzeugin der steirischen Footballszene hinterlässt eine große Lücke in unserer Football Comunity. Wir werden Dich und dein Andenken in Ehren halten und sagen Danke für die wunderbaren Jahre.

                Ruth Kern   „the greatest Fan“.........1953-2019

 

 am meer

p.s.  Wir werden auf deinen Kurt aufpassen, bis wir uns wiedersehen.

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