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++ Giants sind im zweiten Spiel der Serie völlig chancenlos und müssen in Wien eine bittere Niederlage einstecken. Am Ende 13:45 für die Wikinger ++ Ausnahmetalent Sandro Platzgummer (Rsiders) schaft es nicht in den 53 Mann Roster der New York Giants, bleibt aber für 2020 auf der Practise Squad ++ neues Team in Korneuburg tritt auf den Plan, man muss sich auf Grizzlies vorbereiten ++ Vienna Knight übersiedeln nach Ottakring ++ "walk this Way" Rhinos Fancrowd Wandertag war eine riesen Spaß, Bericht folgt in Bälde ++ Giants QB bei Niederlage in Wien verletzt, Jugend QB mit zwei Touchdowns ++ Ligasitzung des AFBÖ am 3.10 in Salzburg ++

Wir betrachten heute, in humoristischer Form, die erste Zellteilung im heimischen Footballsport. Es folgt eine fast vergessene Geschichte.......aber nur fast.

GoofyQB

Wir schreiben das Jahr 1978. Geschichtlich gesehen ist es ein eher ruhiges Jahr in dem nicht viel Bedeutendes passiert. Das ist natürlich relativ und liegt im Auge des Betrachters. Für Iraner ist es nicht das beste Jahr und auch als Fan der Kirche kann man sich nicht besonders für das Jahr begeistern. Der neue Papst war mit nur 33 Tagen aber immerhin noch länger im Amt als unser Atomkraftwerk in Zwentendorf, dessen Ableben nach einer Volksabstimmung noch vor der Geburt beschlossen war. Geboren wurde aber das erste Baby das durch künstliche Befruchtung den Weg in diese Welt gefunden hatte. Zumindest war es dabei nicht so kalt wie bei der Argentinierin die ihr Kind, als erster Mensch überhaupt, in der Antarktis gebar. Geboren wurde neben Garfield und der Serienschnulze „Dallas“ (damals ein Welterfolg), auch der Extrem Alpinismus. Reinhold Messner und Peter Habeler waren als erste Menschen ohne Sauerstoff auf den Mount Everest spaziert. Auch dort wars kalt und nachdem es die beiden so hoch hinauf geschafft hatten wollten unsere Nördlichen Nachbarn gleich mal nachlegen und schossen den ersten Deutschen ins All. Ein Prinzip, dem man als Österreicher sehr viel abgewinnen kann, würden wir das doch sehr gerne mit allen Alemannen machen. Dort oben, im eisigen Weltall war in dem Jahr viel los, denn auch Luke Skywalker bevölkerte die unendlichen Weiten um mit einer Neonröhre in der Hand, hinter seinem Vater herzujagen. Am Ende wird es Jahre (und zwei Fortsetzungen) dauern, bevor der Alte an Asthma stirbt und es im damit so ergeht wie unserem 33 Tage Papst.

Besser hatten es da die Kapverden, die zwar nicht in das Imperium, aber zumindest von der Unesco aufgenommen wurden. Anders als Domenika und Tuvalu. Die beiden Inselstaaten lösen sich von Großbritannien. Für die Briten war es ohnehin ein schlechtes Jahr. Es gab die erste Scheidung im britischen Königshaus (Köpfen Ausgenommen) und man war nicht für die WM in Argentinien qualifiziert, worauf Andrew Loyd Webber gleich mal das Musical „Evita“ schrieb, um den Engländern den Sommer vollends zu verderben.  

Sportlich war das Jahr eher unspektakulär. Muhamed Ali verbog die eine oder andere Nase und Annemarie Moser Pröll gewann mal wieder alle Skirennen. Das schlimmste sportliche Ereignis war aber das Fußballturnier in Argentinien. Im Heimatland von unserer guten „Evita“, was im Spanischen übrigens „vermeiden“ bedeutet, konnten unsere Alemannischen Freunde eben jenes nicht. Nämlich die Niederlage zu verhindern die den Eddi „narrisch“ machte und dem Österreicher eine urbane Legende schenkte auf die wir alle gerne hätten verzichten können. Seit damals müssen wir das „wir waren ja so super“ Märchen über sich ergehen lassen. Die übertriebenen Huldigungen haben übrigens keinen statistisch wahren Hintergrund. Wer das Spiel gesehen hat muss sich heute noch wundern wie die Alemannen es geschafft haben gegen die hilflosen rot-weiß-roten Rundballtreter zu verlieren. Bis dahin war es also ein relativ ereignisloses Jahr, wenn da nicht das ganz große Ereignis gewesen wäre das den Lauf unserer aller Geschicke verändert hat und in der Folge eine Ereignisskette in Gang setzt mit der niemand rechnen konnte.

Es gab da so einen Film. Ein italienischer Film, eine Komödie, ja man kann es fast ein Lustspiel nennen. Ihr wisst alle wovon ich rede. Es ist der Ur-Footballfilm Europas; und ihr werdet es nicht glauben, wenn ich euch erzähle, dass nur sieben Wochen zwischen dem Erscheinen der „Mücke“ und der offiziellen Gründung der “Vienna Ramblocks“ liegt. Die Idee dazu entstand aber schon zwei Jahre zuvor als der Lehrer Gerhard Bahula eine Reise in die USA unternimmt und dort zum ersten Mal mit Football in Kontakt kommt. Wieder zurück, organsiert er in unregelmäßigen Abständen Trainingseinheiten für seine Schüler, die sich begeistert daran beteiligen. Mit dabei ist damals auch ein Herr namens Thomas Aichmair, der in der Gründerzeit des Footballs noch eine wichtige Rolle spielen wird. Ebenfalls schon mit dabei ist Helmut Rzihacek der fortan der Quarterback der Ramblocks sein wird. Die Jungs nennen sich selbst den "First Vienna American Football Club" und treffen sich im Laufe der Zeit immer öfter. Es kommt zum ersten Flagfootballspiel als man im Sommer 1977 zum ersten Mal die Teilnehmerzahl von zwanzig Leuten überschreitet. Um das Spiel beweben zu können nennt sich die eine Hälfte FVAFC, die zweite Hälfte nennt sich nur für dieses eine Ereignis, Vienna Falcons. Es war ein Team für einen Tag. Das Medienecho bleibt aus, die Marketingstrategie war gescheitert.

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Aber ab jetzt ist die Idee geboren richtig Football zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt leiten Aichmair (Präsident) und Bahula (Trainer) das Team gemeinsam. Am 25.6.1978 wird der Verein in Wien bei der Stadtverwaltung eingetragen. Aichmeier hatte zuvor einen weiteren Film gesehen in dem es um die LA Rams ging (Der Himmel soll warten/Warren Beatty aus dem Jahr 1978) und wollte daraufhin genau diesen Namen für sein Team. Eigentlich sollte das Team Vienna Rams heißen, aber der Hornbrillenträger vom Amt verweigert dem Gründer die Eintragung des gewünschten Namens, weil er nicht der deutschen Sprache entnommen ist. Nach langer Streiterei einigt man sich auf einen Kompromiss und so sind die Vienna Ramblocks der erste eingetragene American Football Verein in Österreich. Ein skurriler Name der sich aus rammen und blocken zusammensetzt und deshalb auch eher wie „Rammbock“ auszusprechen ist. Entspricht also genau der sturen Natur eines Ur-wiener Beamten.

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Wie auch immer; jetzt gab es das erste Team in der Hauptstadt und man machte sich daran Spieler zu rekrutieren. Nach nur wenigen Wochen tummelten sich über hundert interessierte auf der Spenadlwiese in Wien und wollten wie bei "Mücke" schon gesehen, zu einem Footballteam ausgebildet werden. Der Haken an der Sache war, dass niemand auch nur den Funken einer Ahnung hatte wie Football gespielt werden soll. Das Chaos beim Training und der Umstand, dass es nur einen einzigen Ball gab, führte dazu, dass das Interesse genauso schnell verschwand wie es gekommen war. Nach wenigen Wochen standen nur noch sieben Leute auf der Wiese. Ihnen verdanken wir das Überleben unserer Sportart. Die glorreichen Sieben sorgten also für den Fortbestand der Sportart in der Alpenrepublik und wer weis ob wir heute da stehen würden wo wir sind, wenn es den Sieben nicht so ernst gewäsen wäre. Danach ging man an das wahre Problem an. Es gab keine Möglichkeit an Ausrüstung zu kommen und es sollte fast zwei Jahre dauern bis man über alle möglichen Kanäle genug Sachen zusammengetragen hatte um ein Team auszurüsten.

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Das Team war bis 1980 auf fast dreißig Mann angewachsen und auf der Suche nach Gegnern. Und der wird dann auch gefunden. Auf der Rückseite einer Zeitschrift findet man die Kontaktdaten zu den Munich Cowboys. Charly Haller, selbst gebürtiger Wiener und nun bei den Cowboys aktiv, organisiert ein Spiel in München. Die Bayern sind am 27.Juli 1980 der erste Gegner und man schafft mit guter Leistung ein sehr passables Ergebnis von 6:12. Und halten sie sich fest, es ist uns gelungen just von jenem allerersten Footballspiel einer österreichischen Mannschaft ein Video aufzutreiben. Wer sehen will wie die ersten Gehversuche der Ramblocks ausgesehen haben findet hier das Video zum epischen Ereignis.

Wir verdanken dieses Kleinod einem Herrn Namens Christian Prange, der damals Spieler der Cowboys war. Überraschender Weise sah das alles gar nicht so schlecht aus, für ein allererstes Spiel. Die Ramblocks sind übrigens die Roten. Im September des selben Jahres folgte das Rückspiel in Wien das sogar mit 8:0 gewonnen werden konnte. Wir unterschlagen hier einfach mal den Umstand, dass es das Jugendteam der Cowboys war, gegen das man antrat. Wichtiger jedoch ist der Umstand, dass die Bayern wissen wo man Ausrüstungen kaufen kann. Hatte es davor Monate gedauert um auch nur ein paar Teile zu erwerben waren neue Spieler nun in wenigen Wochen voll ausgerüstet. 

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Dann gab es das nächste Problem zu lösen. Es war keiner da gegen den man hätte spielen können denn in den beiden Jahren war in der Alpenrepuplik nichts Weiteres passiert. Man musste irgendwie Werbung für den Sport machen.

Die Lösung dafür war genauso skurril wie innovativ. Man meldete sich kurzerhand am Künigelberg (ORF Hauptquartier) und wurde dann zu einer Fernsehsendung eingeladen um den Sport zu präsentieren. Die von Vera Russwurm moderierte Show „okay“ damals ein Pflichttermin für Jugendliche und junggebliebene, war genau die Plattform die man gebraucht hatte denn Dr. Stefan Herdy hatten die Sendung gesehen und so entstand der erste Kontakt zwischen ihm und den Ramblocks. Es ist die Geburtsstunde der Giants die sich im Herbst 1981 zu formieren beginnen. Der Kontakt zu den Ramblocks wird aufrechterhalten und man vereinbart die ersten Spiele. Helmut Rzihacek und Stefan Herdy sind sich von Anfang an nicht ganz grün.Es war die Geburtsstunde einer liebevollen Feindschaft.

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Man begegnete sich in den kommenden beiden Jahren immer wieder in; wie man es damals nannte Feindschaftsspielen, bei denen es nicht nur rustikal, sondern auch völlig chaotisch zuging. Die Spiele wurden nicht von Schiedsrichtern geleitet, sondern von Spielern die gerade verletzt waren oder aus anderen Gründen nicht mitwirken konnten. Es wurde auch nicht aus markierten Feldern gespielt und schon gar nicht auf Sportplätzen mit passenden Ausmaßen. Jede Wiese und jeder Acker mussten herhalten um dem Gewühl ein Geläuf zu bieten. 

Eines sollte man hier einmal festhalten. Was die Teams damals als Football bezeichneten würde heute zu einem Spielabbruch nach drei Minuten führen. Es gibt aus dieser Zeit leider kein Videomaterial aber seien sie versichert. Die damaligen Spitzenteams würden heute auch in der letzten Liga keinen Blumentopf gewinnen.

Als es ab 1984 eine Meisterschaft gab und sich zu den beiden Erzfeinden noch die Lions, Hawks und Eagles gesellten, schien der Sport richtig in die Gänge zu kommen. Die fünf spielten sich die erste Austrian Bowl aus die völlig überraschend an die Salzburg Lions ging. Nach einem Jahr ohne Meisterschaft (1985 wurde nicht gespielt) hatte sich das Bild gewandelt. Mit Ramblocks, Giants, Vikings, Lions, Hawks und Jets waren sechs Team angetreten und am Ende gab es zum ersten Mal den Klassiker. Die Giants gewannen das Finale gegen die Vikings. Die Ramblocks hatten keine Rolle gespielt. Ebenso wie in den beiden kommenden Jahren. 1988 war dann Schluss für Helmut Rzihacek und seine Jungs, aber was war passiert.

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Heute wird davon ausgegangen, dass es sich bei den Vikings um den direkten Nachfolgeverein der Ramblocks handelt, aber das ist nicht der Fall. Schon im Jahr 1980 waren viele der Rammblocks Spieler mit ihrem, zugegeben unfähigen Trainer der Bahula nun mal war, unzufrieden und gründeten wieder durch Aichmair einen zweiten Verein. Der Hintergrund war einzig die Möglichkeit einen Verband ins Leben rufen zu können und das geht eben nur mit mindestens zwei Teams. Der Club hieß zunächst „Second Vienna American Football Club “ und hätte eigentlich außer am Papier, keiner Funktion dienen sollen. Als im Frühjahr 1983 die Differenzen (Vorausgegangen war ein Streit im Zuge des Europaturniers in Castel Giorgio) zwischen Thomas Aichmair und Helmut Rzihacek nicht mehr zu flicken waren, spaltete sich Aichmeier und einige der Ramblocks ab und reaktivierten ihren alten Verein der dann in der Folge Vienna Vikings heißen sollte.

Es wurden nur Footballneulinge aufgenommen und man startete in der zweiten Liga.Beide Organisationen existierten von da an parallel und im Jahr 1984 waren beide an der ersten Meisterschaft beteiligt. Zum ersten direkten Vergleich kam es erst im Zuge der Meisterschft 1986. Bis dahin hatte man es strikt vermieden gegeneinander anzutreten aber nun war man im Grunddurchgang aufeinandergetroffen. Die Vikings gewinnen mit 20:18 und werden auch alle weiteren sechs Duelle für sich entscheiden. Da die Ramblocks natürlich weiter von Bahula und Rzihacek angeführt wurden, die Vikings aber mit Aichmair, Bundschuh, Hrnecek, Holub und Binstorfer die wesentlich besseren Leute an der Spitze hatten, wurde den Ramblocks das Wasser immer weiter abgegraben und 1988 war das erste Team des Landes völlig auf dem trockenen gelandet. Der Exodus hatte seinen Höhepunkt gefunden. Die Vikings,Huskies, Ducks, Rangers (alles Teams aus Wien) aber auch die Klosterneuburg Mercenaries hatten das ganze Spielerpotenzial abgesaugt und so war es um die Ramblocks geschehen. Sie wurden am Ende ganz von den Vikings assimiliert auch wenn es zu Beginn eine Fusion hätte sein sollen. Aichmair hatte nach fünf Jahren Rache für Castel Giorgio genommen.Er sah seine Aufgabe als erfüllt an und  trat als Präsident der Vienna Vikings zurück. Die Spur der Ramblocks verliert sich im Laufe der Jahre völlig. Es gibt nur wenig Material aus dieser Zeit und auch die Vikings verweisen fast nie auf ihre turbulente Vergangenheit mit den Ramblocks. Zu tief sitzt die Abneigung gegeneinander. Fast alle Beteiligten sind bei anderen Teams im Raum Wien, teils noch über Jahre aktiv gewesen. Trotz der nur kurzen Lebensdauer kann man die Ramblocks dennoch als die Keimzelle des Footballs in Wien betrachten, waren doch alle Organisationen in irgendeiner Form aus dem Team von Ing.Gerhard Bahula hervorgegangen.

Wir haben versucht mit Gerhard Bahula in Kontakt zu treten, konnten aber nichts über ihn finden. Er müsste mitlerweile in seinen 70`ern sein. Nach seiner Zeit bei den Ramblocks tritt er im heimischen Football nicht mehr in Erscheinung.

Wie immer, wenn wir solche Berichte veröffentlichen haben wir natürlich auch das passende Bildmaterial dazu gefunden. Den oder die Urheber konnten wir nicht mehr ermitteln.

 

Fotos: aus dem Buch "all the Way" von Richard Plenk (Fotograf unbekannt)

Video: aus dem Privatarchiv von Christian Prange (Munich Cowboys)

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